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Die E-Books und die Bibos

erstellt am 30 März 2009 von Falko

Amazons Kindle, Sonys PSR, Foxits eSlick – digitale Lesegeräte und Bücher sind im Kommen. “Wenn E-Reader und E-Books massentauglich werden, was passiert dann mit den Bibliotheken?” Diese Frage stellte sich Marcel von netzwertig.com und machte sich auch gleich ein paar Gedanken dazu.

bibo

Seiner Meinung nach könnten die Verlage versuchen, Bibliotheken die Entwicklung in die digitale Richtung zu unterbinden oder zu erschweren. Die Bibos wären damit von den um die E-Books entstehenden Meta-Informationen abgeschnitten und würden “analog only” bleiben. Wie können Bibliotheken die digitalen Bestände, die theoretisch nicht nur für wenige, sondern für alle LeserInnen verfügbar wären, handhaben? Die Kostenstruktur digitaler Bücher ist eine andere als die herkömmlicher Wälzer aus Papier, so dass hier die Frage aufgeworfen wird, wie Bibliotheken für E-Books zahlen sollen.

Die Überlegungen der netzwertig-Leser gehen in die Richtung, dass das Problem nicht die digitalen Bücher, sondern die damit von unehrlichen Lesern angefertigten Raubkopien sind. Modelle, wie der Verleih von E-Books funktionieren könnte, gibt es auch schon, siehe DRM und die Onleihe. Letzteres ist ein Dienst verschiedener Stadtbliotheken, welche ihren registrierten Lesern bestimmte Inhalte digital anbieten.

Solange alles DRM-geschützt ist, denke ich, dass ein Ausleihmodell funktionieren kann. Nach vier Wochen greift die Sperre und gut ist’s. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass die Reader DRM unterstützen und die Bibliotheken das DRM steuern können – beides keine unlösbaren Probleme.

In Bibliotheken selbst finde ich vor allem Fachbücher in digitaler Form, wie sie viele Hochschulbibliotheken bereits anbieten, sinnvoll. Dank Update-Funktion sind immer die aktuellsten Versionen vorhanden und nicht nur Inhalte, die teilweise schon stinken. Digitalisierte Microfishe alter Tageszeitungen, die jetzt oftmals in Archiven gelagert und auf Anfrage von Hand herausgesucht werden, wären auch fein. Romane, Gedichtsammlungen und Bildbände sollten weiter analog bleiben. So schön die E-Books und die dazugehörigen Reader sind, das Schlendern durch die Gänge der Bibliothek, die kunstvoll gestalteten Umschlagseiten, die klassischen Lesezeichen und der Geruch von Papier sind mindestens genauso schön und geben dem Schmökern im Lesesessel oder Bett eine ganz andere Qualität.

<via netzwertig.com>
[Bild: © Carina Döring / PIXELIO]

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