Fachbücher und Romane für digitale Lesegeräte sind heutztage schwer im Kommen bzw. schon gang und gäbe. Comics fristen hierzulande allerdings noch ein Nischendasein. Bonbonbunte Helden, die durch quietschfarbene Welten zischen, kommen auf schwarz-hellgrauen E-Ink-Displays etwas, nun ja, farblos daher. In Japan sieht es dagegen ganz anders aus. Die beliebten Mangas können dort auch in digitaler Form konsumiert werden.

Die gadgetverliebten Japaner haben gemäß der Tokioter Firma Impress R&D im Jahr 2006 20 Millionen Dollar, im Jahr 2007 bereits 70 Millionen Dollar für Handy-Mangas ausgegeben. Für dieses Jahr werden gar Umsätze von mehr als 200 Millionen Dollar erwartet – soviel, wie in den USA insgesamt für gedruckte Comics und Mangas in die Kassen der Verlage gespült werden.
Zukünftig werden die Mangas im Land der Sonne auch immer öfter auf E-Book-Readern anzutreffen sein. Sie sind in der Regel schwarz-weiß gezeichnet, und damit exzellent für die mobilen Lesegeräte geeignet. Die Verlage in Europa und den USA ziehen langsam nach und experimentieren ebenfalls mit auf E-Book-Reader zugeschnittenen Formaten.
So hat Yen Press mit “Maximum Ride†und “The World of Quest†bereits zwei Titel im Angebot, bei Picador gibt es den Comic “City of Glass” als E-Book und der kalifornische Manga-Verlag Go! Comi versucht den Best-Seller “Japan AI: A Tall Girl’s Adventures in Japan” als Kindle-Version den KäuferInnen schmackhaft zu machen. Mit mäßigem Erfolg, denn bisher bringt die digitale Version nur zehn Prozent dessen ein, was die Printvariante einspielt. Die bisher erhältlichen Comics gibt es entweder als pdf oder Mobipocket, auch das ePub-Format ist im Hinterkopf der Verlage. “Japan Ai” gibt es zudem auch für das iPhone.
<via e-book-news.de>
[Bild: gocomi.com, "Japan ai"]

