Vor fast einem Monat kündigte ich der Telekom an, dass ich umziehe und gern meinen Anschluss mitnehmen möchte. “Alles kein Problem, wir brauchen dafür eine Woche”, versicherte die freundliche Mitarbeiterin im knallpinken T-Shop. Ich hatte das Gefühl, dass es reibungslos funktionieren würde …

Doch dieses Gefühl wurde getrübt, als einen Tag nach meiner Umzugswunschäußerung ein Brief der Telekom ins Haus flatterte. Mein erster Gedanke war: “Wow, die sind ja schnell. Toll.” Dann öffnete ich den Brief. Mein Anschluss war gekündigt worden. Eine Woche, bevor ich meine Umzugswünsche äußerte. Nicht von mir, dem Anschlusseigner, sondern von meiner ehemaligen Mitbewohnerin. Also die ersten Minuten in der Hotline zugebracht, um die nicht rechtmäßige Kündigung zu stornieren.
Zwei Tage vor dem Umschalttermin meldete sich die Telekom, dass sie in zwei Tagen alles umschalten würde. Sie melden sich danach noch einmal, ob alles geklappt hat. Fein, ich war wieder optimistisch. Als ich am Schalttag ein paar Sachen aus der alten Wohnung holte, lag dort noch Internet und Telefon. Ich war irritiert, aber die Telekom hatte ja noch Zeit.
Einen Tag später, ich dachte, das Signal müsse ja nun in der neuen Wohnung liegen, habe ich Router und die dazugehörige Kabelage eingestöpselt. Außer einem blinkenden Lämpchen nichts. Ein Anruf bei der Hotline: “Sie haben einen IP-Anschluss, den kann nur die IP-Stelle bearbeiten. Ich gebe Ihnen mal die Nummer.” Die IP-Stelle war besetzt, überflutet von Anrufern, die wahrscheinlich wie ich umgezogen waren. Erst spät in der Nacht hatte ich Glück.
Die nette Frau am anderen Ende der Funkverbindung bestätigte, dass mit meinem Anschluss etwas nicht stimmte. Die Techniker würden schon daran arbeiten und sich am nächsten Morgen bei mir melden. Am nächsten Morgen meldete sich niemand, ebensowenig am Vormittag, Nachmittag oder Abend. Also meldete ich mich, wieder zu fortgeschrittener Stunde. Diesmal hatte ich eine Person erwischt, die mir garkeine Auskunft geben konnte.
Danach war ich zwei Tage unterwegs. Wieder in der Wohnung, immer noch kein DSL und damit auch kein Telefon. Auch die Hotline war wieder überflutet, bis spät in die Nacht. Freitagabend amüsieren sich die Leute nicht mehr, sie rufen die Telekom an und bleiben hartnäckig, denn am nächsten Morgen können sie ausschlafen. Am nächsten Morgen, die Situation war unverändert, fuhr ich in den T-Shop.
Nach fast einer halben Stunde warten, der Kunde vor mir kaufte ein Mobiltelefon, wahrscheinlich plante er umzuziehen, geriet ich an einen Mitarbeiter mit Insiderwissen. Er wählte und hatte sofort jemanden am Apparat. Die Stimme aus dem Hörer versprühte Kompetenz und wusste zu berichten, dass mein Anschluss noch in der alten Wohnung liege, er würde es umstellen. Dass die Umstellung erfolgreich sein wird, glaubte auch der Mitarbeiter im T-Shop nicht, wünschte mir frohe Pfingsten, und bis zum 2. Juni. Ich war erst am 3. Juni wieder daheim, immer noch ohne DSL.
Also wieder ab in den T-Shop. Eine neue Mitarbeiterin und die Nachricht, ein Brief an mich sei unterwegs zwecks Terminvereinbarung. Mit meiner Leitung müsse irgendetwas nicht stimmen, das habe man gemerkt, toll. Die Hotline, für mich käme nur eine in Frage, ich konnte der Mitarbeiterin die Nummer auswendig sagen, war besetzt. Vielleicht sei ja auch irgendeines meiner Geräte kaputt – der Router, der Splitter? Das Gewitter in den letzten Tagen, ich hätte ja keine Ahnung, wie viel das kaputt gemacht habe. Mein DSL ging schon vor dem Gewitter nicht, aber spaßeshalber habe ich alle Komponenten zur Verbindungsherstellung, sprich Kabel, Router, Splitter, ausgetauscht. Die schien das böse Gewitter auch erwischt zu haben.
Der Brief kam zwei Tage später, man habe keine Telefonnummer von mir. Aber wenn ich mich melde, wird mir geholfen, meinen Router w503v zu konfigurieren. Fragezeichen und Stirnrunzeln: Woher habe ich den Router w503v? Wo habe ich ihn? Und was soll das mit dem Konfigurieren? Meine Router sind konfiguriert, daran liegt es nicht. Wieder ein Anruf, es war wieder Freitag und viele Menschen konnten am nächsten Morgen ausschlafen, so dass sie die EINE für sie in Frage kommende Hotline belagerten. Also am nächsten Morgen wieder heiter in die Filiale getobt.
Die gute Frau hinter dem Tresen konnte nichts tun, nur versuchen, die Hotline anzurufen. Sie war verstopft. Irgendwann haben wir uns geeinigt, dass die Azubis versuchen, die Hotline zu erreichen. Bei Erfolg würde man mich informieren. Das Ergebnis des Tages war, dass ich gleich zwei Anrufe bekommen habe: Meine Leitung sei nicht synchronisiert, man kümmere mich. Die Techniker würden versuchen, es von der Zentrale aus zu lösen, aber es sei nicht auszuschließen, dass einer von ihnen mich besuchen müsse. Sofort nach dieser Info bekam ich auch eine sms von der Telekom: “Lieber Kunde, die Störung an ihrem Anschluss … wird bei uns mit der Ticket-ID … bearbeitet. Ihre Telekom. Ich möchte kein Ticket, ich möchte DSL.
Seit zwei Wochen bin ich nun umgezogen, doch mein DSL- und Telefonanschluss ist auf den paar Kilometern verloren gegangen. Erst war es ein Fehler im System, dann ein zurückgebliebender Anschluss, dann ein Gewitter. Jetzt ist es eine nicht synchronisierte Leitung, aber immerhin habe ich ein Ticket. … und einen Surfstick, damit ich wenigstens Mails lesen kann.
[Bild: © C. Nöhren / PIXELIO]


Juni 9th, 2009 at 14:14
Nicht, dass wir das nicht kennen würden …
http://radiofuzzie.blogspot.com/2007/07/unter-mrderischen-bedingungen-arbeiten.html
Hoffe deine Leitung steht bald. Viel Glück!