Gutenbergs Erben – E-Book-Podcast auf handelsblatt.de

erstellt am 24 August 2009 von Falko

Das Handelsblatt hat die E-Books samt zugehöriger Lesegeräte als Thema entdeckt und beleuchtet in seinem IT-Podcast Vor- und Nachteile des elektronischen Lesens.

E-Books sind für bestimmte Inhalte eine große Chance, werden das gedruckte Buch aber nicht verdrängen

E-Books sind für bestimmte Inhalte eine große Chance, werden das gedruckte Buch aber nicht verdrängen

Auf www.handelsblatt.com kommen verschiedene Personen zu Wort, die sich in der E-Book-Branche auskennen bzw. diese sogar mitgestalten. Das E-Book ist eine Weiterentwicklung in der Geschichte des Buches. Als vor 600 Jahren der Buchdruck nach Gutenberg aufkam, meldeten sich kritische Mönche zu Wort, dass das handgeschriebene Buch das einzig Wahre sei, trotzdem setzten sich der Fortschritt und damit das gedruckte Buch durch.

Ähnlich wird es mit den digitalen Büchern geschehen. E-Books werden gedruckte Bücher nicht verdrängen, eignen sich aber durchaus für bestimmte Genres, beispielsweise Lehrbücher, IT-Handbücher bzw. überhaupt Bücher zu einzelnen technischen Produkten, die schnell veralten. Zu den Drucksachen, die schnell von gestern sind, zählen auch Tageszeitungen und Zeitschriften – weitere Kandidaten für das in Bits und Bytes verbreitete Wort. Bei all diesen Inhalten kann die elektronische Konsumierung ein erhebliches Potential entfalten.

Bücher dagegen, die Kunst, Architektur und alles Schöne beinhalten, werden auch in Zukunft auf Papier gedruckt werden. Zum einen sind E-Book-Reader nicht für diese Inhalte geeignet, zum anderen sind diese Bücher ein Genuss, der nicht veraltet.

Auch die universitäre Lehre experimentiert mit elektronischen Formaten und testet, ob E-Books für Studierende einen Mehrwert bieten. Der Mehrwert ist bisher noch nicht nachgewiesen, aber eine Erleichterung stellen die E-Book auf jeden Fall dar. Die Inhalte können schnell angepasst und überarbeitet, die StudentInnen mit aktuellen Informationen versorgt werden. Daneben freuen sich Umwelt, Taschen und Rücken, denn mittels E-Book können Tausende Seiten Papier pro Semester gespart werden.

Sparen könnte man auch beim Preis, wenn die Verlage die bei Material und Distribution wegfallenden Kosten denn an EndkundInnen weitergeben würden. Momentan tut sich die Branche damit schwer und müsste sich von einer Fessel namens Buchpreisbindung befreien, die leider nicht nur fesselt, sondern in gewissem Maße auch schützt.

Allen Vorteilen zum Trotz hat die Branche Angst, auf die neue Technik zu setzen. Wie in der Musikindustrie fürchtet sie sich vor Raubkopierern. Die Lösung der Musikindustrie heißt DRM, eine Technik, mit der KundInnen nicht unbedingt immer glücklich sind. DRM wäre auch für E-Books möglich, doch besser wären Wasserzeichen. Diese zeigen, wem das E-Book gehört, was natürlich ein unattraktiver Wink mit dem Zaunpfahl ist, sollte so ein Buch in den gängigen Tauschnetzwerken auftauchen.

Der entsprechende Interviewpartner meint, dass sich Verlage und Industrie hier auf jeden Fall auf einen Standard einigen müssten, um eine Monopolstellung, Apples iTunes machte es vor, zu verhindern. Ist das gegeben, können KundInnen sich ihre Inhalte durchaus selbst zusammenstellen, ohne dass es jemandem schadet, beispielsweise ” den Politteil der TAZ, den Feuilleton der Zeit, den Sportteil der Bildzeitung” und so weiter und so fort.

<via handelsblatt.com>
[Bild: © Bernd Ehrhardt Werbegrafiker / PIXELIO]

Kommentieren

Page optimized by WP Minify WordPress Plugin