Dass sich in den Büchern der Leihbibliothek teilweise skurrile Sachen finden lassen, werden alle wissen, die gern lesen, aber keine Bücher daheim horten wollen. Sei es, weil sie zu geizig sind (so wie ich) oder die Plackerei mit Bücherkisten bei Umzügen fürchten (so wie ich).

Eiserne Käsereserve in einem Buch aus der Bibliothek
Ich hatte ja schon lustige selbstgemalte Bildchen, stinknormale Lesezeichen, Kassenbons, Bibliotheksschnippel oder diese hübschen Schnüre, die oftmals als Seitenmarkierung dienen. Die sind deshalb erwähnenswert, weil meine Bibliothek sie immer abschneidet. Zuerst habe ich ja in diesem Fall an Vandalismus gedacht, aber mittlerweile denke ich, dass sich die Strippenseitenmarkierungswerkzeuge in der Mechanik der Rücknahmeroboter verfangen. Darum wird dort einE AzubiNe sitzen und jedem neuen Buch die Schniepel abschneiden müssen.
Ich finde ja immer nur die übersehenen Relikte, bei BibliothekarInnen sammelt sich definitiv mehr an, wenn sie die Bücher bei der Rückgabe prüfen. Ich glaube, Robots sind dazu noch zu doof. In den Büchern sind Strandsand, Sonnencreme, Eintrittskarten, Stadtpläne, hotel- und Restaurantrechnungen, Notizzettel, Visitenkarten, Geldscheine und Postkarten. Soviel, dass manche Bücherei eine Ausstellung zu dem Thema: “Die vergessenen Lesezeichen” durchführen möchte.
Leider finden sich in Büchern nicht nur schöne Dinge. Ich hatte in meinem letzten Buch eine Käseecke. Wahrscheinlich kein Lesezeichen, sondern die eiserne Reserve eines verfressenen Krimifreunds. Das war schon ein bisschen merkwürdig und bääh.
Sollten E-Books in unseren Bibliotheken zum Standard werden, so in 30 bis 50 Jahren vielleicht, wird es solche schönen, lustigen oder ekligen Funde nicht mehr geben. Schon ein bisschen schade.

