Warum lesen Väter nicht vor?

erstellt am 18 November 2009 von Falko

Unter diesem Namen steht die aktuelle Vorlesestudie der Stiftung Lesen, der Zeit und der Deutschen Bahn, die an die vorangegangenen Vorlesestudien anknüpft und besonders die Papis auf’s Korn nimmt.

Vorlesestudie: Papi liest zu selten vor

Vorlesestudie: Papi liest zu selten vor

Lesen bildet und Vorlesen ist wichtig für die frühkindliche Entwicklung (auditive Wahrnehmung, Sprachentwicklung, visuelle Wahrnehmung, taktile Fähigkeiten, Gedächtnis, Konzentration, Moral- und Wertvorstellungen, Empathie, Problemlösefähigkeiten, Fantasie, Bildungskompetenzen und Lesefreude), vor allem für Jungen, sind sie doch Zielgruppe der Leseförderung. Wer ab und an mit den Öffentlichen unterwegs ist, weiß, was ich meine und dass das gut ist.

In der letzten Vorlesestudie kam ans Licht, dass Väter Vorlesen zwar wichtig finden, es aber trotzdem nicht tun. Mütter lesen ihren Kindern neunmal häufiger vor als Väter. Wer jetzt sagt, die nicht vorlesenden Väter könnten gar nicht lesen, macht es sich wohl zu einfach. Die Stiftung Lesen und ihre Partner haben deshalb Ursachenforschung betrieben.

Die Kernfragen waren dabei:

  • Was sind die Gründe für das geringe Vorleseengagement von Vätern?
  • Welche Art von Büchern würden Väter gerne vorlesen?
  • Was machen Väter stattdessen mit ihren Kindern in der Freizeit?
  • Welchen Einfluss haben Alter und Bildung der Väter auf die genannten Gründe?

Für die Befragung wurden 500 Väter im Alter von 20 bis 59 Jahren herangezogen, die ein oder mehr zwei bis acht Jahre alte Kinder haben und es meist ihrer Partnerin überlassen, dem Nachwuchs vorzulesen. Dabei kam ans Licht, dass nicht versteckter Analphabetismus die Ursache des geringen väterlichen Vorlesens ist, sondern dass diese Väter denken, Vorlesen sei die Aufgabe der Frau, diese Chauvis. Weitere Hauptgründe sind Zeitmangel und Prioritäten auf andere Freizeitaktivitäten. Weiterhin wurde genannt, dass die Kinder lieber von der Mutter vorgelesen bekämen, die Kleinen (immer) schon schlafen, wenn Papa nach Hause kommt, Vorlesen für die Väter nicht so wichtig ist oder die Kinder nichts vorgelesen bekommen wollen.

Statt vorzulesen toben Papis eigenen Aussagen zufolge lieber mit ihren Kindern, treiben Sport, gehen Wandern oder machen Ausflüge. Oder sie spielen mit dem Spielzeug der Kinder, beisielsweise mit der Eisenbahn oder den Legobausteinen, basteln, malen, sehen fern, glotzen DVDs, kochen mit den Lütten oder zocken mit ihnen an Computer und Konsole.

An Wochenenden sieht es mit dem väterlichen Vorlesen etwas rosiger aus, hier gab ca. die Hälfte der Papis an, ihren Zöglingen etwas vorzulesen. Am liebsten greifen sie dabei zu lustigen Geschichten, Sachgeschichten, spannenden Geschichten oder Büchern aus ihrer Kindheit.

Bei der Studie fiel auf, dass ältere Väter ihren Kindern häufiger etwas vorlesen als Jüngere. Gründe dafür waren für mich nicht ersichtlich. Ich vermute, dass der Vorderranzen, den viele ältere Herren mit sich rumschleppen, beim Toben und Wandern hinderlich ist. Ich nehme mir jetzt einfach mal vor, als Papa eine gesunde Mischung aus Vorlesen und Toben anzustreben. Ich habe da ein paar Bücher, die ich schon immer mal lesen wollte: E-Health, EJB 3.0, Distributed Systems: Concepts and Design, …

<via stiftunglesen.de>
[Bild: © Rolf Kühnast / PIXELIO]

1 Kommentare für diesen Beitrag

  1. Rolf Kühnast Says:

    Hallo Ihr Vorleser, danke schön für die Rückmeldung über die Verwendung meines pixelio-Fotos ” Vorlesen “. Ich habe mich sehr gefreut, dass auch Ihnen das Foto gefällt und vor allem, dass Sie dieses mich wissen liessen.

    Liebe Grüße, Rolf Kühnast alias Plattsnacker.

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