Bundeskabinett hat Digitale Bibliothek beschlossen

erstellt am 02 Dezember 2009 von Falko

Heute hat das Bundeskabinett die Deutsche Digitale Bibliothek (DBbB) beschlossen. So sollen ab 2011 mehr als 30.000 nationale Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen über ein gemeinsames Portal von jedermann erreichbar werden.

30.000 nationale Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sollen in der DDB zu finden sein (Bild: Bibliothek der Universität Cottbus)

30.000 nationale Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen sollen in der DDB zu finden sein (Bild: Bibliothek der Universität Cottbus)

In der DDB werden Kopien von Büchern, Werken der bildenden Kunst, Noten, Musik und Filmen angeboten werden, außerdem soll sie den deutschen Beitrag zur Europäischen Digitalen Bibliothek “Europeana” darstellen. Ein weiterer Vorteil der digitalen Bibliothek wäre, dass die Digitalisierungen vieler Werke Schutz vor Katastrophen wie dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs oder dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar bieten.

Gemäß der Bundesregierung wird die DDB Kulturliebhabern und Wissbegierigen ein attraktives Angebot bieten. Dieses soll mittels technologisch fortgeschrittener Recherche- und Präsentationstechniken – wie sie beispielsweise im Rahmen des Projektes “Theseus” entwickelt werden – eine übergreifende, multilinguale Suche im Datenverbund der DDB ermöglichen. Den Plänen zufolge erlaubt eine semantische Suche das Durchsuchen von Texten und multimedialen Inhalten wie Bildern und Filmsequenzen. Virtuelle Museumsbummel werden dadurch ebenso möglich wie 3D-Betrachtungen einer Skulptur oder eines Kulturdenkmals.

Die DDB soll außerdem mit dem Projekt “libreka” verknüpft werden. Dieses Angebot wurde in Trägerschaft des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels entwickelt und ging anlässlich der Buchmesse 2007 in Betrieb. Es ermöglicht eine Volltextsuche in von Verlagen angebotenen Werken.

Urheber von Werken, die in die DDB wandern sollen, werden gemäß dem Bundeskabinett vorher gefragt. Damit möchte die DDB Urheberrechts- und Leistungsschutzrechte wahren und sich von Google-Praktiken der wilden Digitalisierung abgrenzen. Sie möchte eine Alternative zu Google Books darstellen und fallbezogene angemessene Interessenausgleiche für AutorInnen und Verlage anbieten.

Die finanziellen Mittel für den Aufbau (Zugangsportal, Wissensmanagement-Werkzeuge etc., Kosten ca. 5 Millionen Euro) der DDB kommen aus dem Konjunkturprogramm II, die ab 2011 anfallenden jährlichen Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro für Betrieb und Unterhalt wollen sich Bund und Länder teilen. Die technische Konzeption, Planung und Realisierung der DDB liegt bei der Fraunhofer-Gesellschaft (IAIS), die vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dafür die erforderlichen Finanzmittel erhält. Alle wesentlichen Entscheidungen werden unter enger Beteiligung der Fach-AG Bund-Länder-Kommunen (unter Vorsitz der Deutschen Nationalbibliothek) getroffen. Ihr gehören Vertreter aller Einrichtungen an, die künftig das “Kompetenznetzwerk DDB” bilden, das für den Betrieb der DDB verantwortlich sein wird.

<via heise.de>
[Bild: © Ingrid Ruthe / PIXELIO]

0 Kommentare für diesen Beitrag

    1 Trackbacks für diesen Beitrag

    1. Ausbau der Europeana beschlossen | e-Leseratte Says:

      [...] der Anteil dürfte sich aber mit Fertigstellung der “Deutschen Digitalen Bibliothek” (DDB) im nächsten Jahr [...]

    Kommentieren

    Page optimized by WP Minify WordPress Plugin