Europeana soll gepusht werden

erstellt am 25 Februar 2010 von Falko

Am Wochenbeginn setzten sich unsere lieben Europaabgeordneten zusammen, um über die europäische Online-Bibo Europeana nachzudenken und zu palavern. Sie forderten Regierungen und Kulturinstitutionen zu stärkerer Zusammenarbeit auf, denn um erfolgreich zu sein braucht die Europeana mehr und bessere Inhalte.

Europabibliothek Europeana

Europabibliothek Europeana

Der von der Abgeordneten Trüpel verfasste und vom Kulturausschuss des Europäischen Parlaments einstimmig angenommene Bericht fordert die Mitgliedsstaaten auf, der Europeana mehr Bücher, Karten, Filmausschnitte und Fotos zu überlassen, natürlich alles unter Wahrung des Urheberrechts. Mit Bedauern stellten die Abgeordneten fest, dass die bisherigen Beiträge der einzelnen Staaten sehr unterschiedlich ausfielen, denn bisher stellt Frankreich fast die Hälfte der Bestände der digitalen Europabibliothek. Aus Deutschland kommen 16 Prozent der Inhalte, Großbritannien und Holland steuerten acht Prozent bei.

Insgesamt enthält die Europeana gerade einmal fünf Prozent aller digitalen Bücher. Am Anspruch der Europeana, Europas kulturelles und wissenschaftliches Erbe der Allgemeinheit kostenlos im Internet verfügbar zu machen, nimmt sich dieser Prozentsatz als recht gering aus. Die Europeana darf aus rechtlichen Gründen keine vergriffenen Bücher (immerhin 90 Prozent der Bestände herkömmlicher Bibos) oder Werke, deren Autoren unbekannt sind, enthalten. Letztere machen zehn bis 20 Prozent der nationalen Sammlungen aus.

Die Europaabgeordneten möchten, dass die Regierungen besser zusammenarbeiten und den Zugang zu Inhalten nicht auf ihr Staatsgebiet beschränken. Zudem sollen sie mehr Audio- und Videomaterial auf das Portal hochladen, bevorzugt Werke, die leicht Schaden nehmen. Weiterhin sollen die Regierungendafür sorgen, dass sich die Europeana zu einem Zentrum für Bildungs- und Forschungszwecke mausert und kein Wissensgefälle zwischen Europa und Nicht-EU-Mitgliedern entsteht.


Weitzere Forderungen der Europaabgeordneten betreffen wirksamere Werbemaßnahmen für die Europeana in der Öffentlichkeit und eine Gewährleistung der Finanzierung über den Aufbau hinaus. Die Europeana soll mit den Plänen des Suchmaschinengiganten Google für dessen Google Books konkurrieren können und ein Register für Buchrechte vorsehen, so dass AutorInnen und HerausgeberInnen von institutionellen Abonnenten oder Buchverkäufen profitieren.

Die EU-Abgeordneten unterstützen die Absicht der Europäischen Kommission, ein einfaches, kosteneffizientes Rechteverwertungssystem zu schaffen und forderten darüber hinaus einen Gesetzentwurf über Digitalisierung, Erhalt und Verbreitung verwaister Werke sowie die Einrichtung einer einzigen europäischen Datenbank.

Im April dieses Jahres soll im Plenum über Trüpels Bericht abgestimmt werden, bis Juni möchte die Europäische Kommission auf der Europeana zehn Millionen digitalisierter Werke verfügbar gemacht haben. Im Herbst sollen Vorschläge für ein europäisches Rechteverwertungssystem vorliegen und bis 2015 soll der Bestand die Europabibliothek auf 15 Millionen Werke angewachsen sein. Freude …

<via euractiv.com>

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    1. Ausbau der Europeana beschlossen | e-Leseratte Says:

      [...] europäischen Online-Bibliothek Europeana abgestimmt. Die Abgeordneten haben den von Helga Trüpel verfassten Bericht angenommen, laut welchem die Europeana mehr und bessere Inhalte braucht. Europeana: Bestände [...]

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