Dass es fortschrittliche Länder gibt, die ihren Schülern mit elektronischen Lehrbüchern üble Schlepperei und damit verbundene Rückenschmerzen sowie die Abholzung der Wälder ersparen wollen, habe ich schon mehrfach berichtet, beispielsweise über die Flexbooks in den US-Bundesstaaten Kalifornien und West Virginia.
Jetzt geht der Verlag University of Michigan Press (UM Press) noch einen Schritt weiter und verleiht elektronische Kopien seiner Lehrbücher. Viele Bücher werden nur für ein Schulhalbjahr oder noch kürzere Zeit gebraucht. Aus dem Grund bietet UM Press Leihfristen von 30 oder 180 Tagen, anscheinend in einer Vielzahl verschiedener Formate: "Der University of Michigan Press ist bestrebt, seine Titel in jedem Format anzubieten, dass die Menschen nutzen wollen und die Kosten auf Seite der LeserInnen so niedrig wie möglich zu halten", so Karen Hill, stellvertretende Direktorin und Digital Manager des Verlags.
So richtig niedrig wollen die Koaten allerdings nicht erscheinen. UM Press möchte für 30 Tage E-Book-Lesen 40 Prozent des Kaufpreises des entsprechenden Buches, für 180 Tage 75 Prozent. Das ist natürlich immer noch weniger als 100 Prozent, aber in meinen Augen doch recht viel. Bis zum Jahresende möchte der Verlag 325 Bücher in sein Verleihprogramm aufgenommen haben, alle Titel werden mit Adobes Digital Editions (ADE), also DRM-Scheiße, versehen.
Für SchülerInnen in Mongodeutschland habe ich da eine Idee, die ich zu meiner Abizeit Schulbuchsharing genannt hatte. Es gibt in den höheren Klassenstufen ja dieses neckische Kurssystem, bei dem gleiche Kurse unterschiedlicher Gruppen selten parallel stattfinden. Anstatt schon in den Ferien strebsam loszurennen, und die Bücherliste einzukaufen, hatten ein paar Freunde und ich gewartet, bis wir unsere Stundenpläne hatten, geguckt, welche Bücher wir uns gemeinsam zulegen konnten (meist waren das Geschichte und Deutsch) und diese dann munter hin und her getauscht. Das klappte immer solange, bis einer von uns krank wurde oder das Buch mal vergessen hatte. Was damals funktionierte, wird auch heute noch gehen und mit E-Books wahrscheinlich auch, man muss sich nur einmal intensiv um die DRM-Kacke kümmern.
<via the-digital-reader.com>

