Apple zieht es wieder in die Schule. Es soll aber nicht der Vorstand die Schulbank drücken, sondern ein iPad im Schulranzen liegen, das möglichst mit elektronischen Schulbüchern im konzerneigenen E-Book-Format iBooks 2.0 bespielt ist.
Apple hat iBooks 2.0 in der letzten Woche auf dem Apple Education Event vorgestellt. Die iBooks-2.0-Textooks sollen maximal 14,99 USD kosten. Apple bewirbt schnell erhältliche Updates, interaktive Elemente sowie das geringere Gewicht der iPads gegenüber einem Stapel herkömmlicher Bücher als Vorteile. Die tollen iBooks 2.0-Bücher werden wohl nicht epub-kompatibel sein und können ohne Modifikation nur auf Apple-Geräten gelesen werden. Die mit der iBooks-2.0-Software erstellten Bücher dürfen auch nur über Apple vertickt werden, so zumindest der große Apple-Plan.
Vorerst werden nur Kiddies in den USA mit einer iMotze beglückt, aber auch in Berlin laufen wohl schon Versuche, Tablet-Computer in der Schule zu etablieren. Den ersten Evaluierungen zufolge ist das iPad der erste Rechner, der sich für den schulischen Alltag eignet, weil zehn Stunden Akkulaufzeit etc.
Ich kann mir vorstellen, dass die anfänglichen maximalen zehn Stunden bei kindlicher und jugendlicher Akkupflege flink auf vier bis fünf Stunden zusammenschrumpfen und dann überall in den Schulen neckische Verteilersteckdosen auf den Tischen liegen und Netzteile in den Ranzen stecken müssen. Sechs bis acht Stunden auf ein leuchtendes Display zu gucken und auf einem kleinen Gerät rumzutippen stelle ich mir auch bei »unrivaled navigation« recht unangenehm vor und dass die »interaktiven Elemente« große Vorteile bringen, bezweifle ich auch. »Interaktive Elemente« bedeutet unter anderem, dass sich Bilder vergrößern oder als 3D-Element drehen lassen. Das mag ja noch ganz sinnvoll sein. Aber automatisch erstellte Lernkarten (nicht verfügbar ohne Strom), das generelle Ablenkungspotential und die schaurig verkeimten Displays lehne ich ab.
Warum viele Schulbücher ein Update benötigen, ist mir auch schleierhaft. Was in der Schule gelehrt wird, ist teilweise Jahrhunderte alt. Pythagoras, Korbblütler und Goethe brauchen einfach kein Update.
Der Apple-Quark hat zwar einen gewissen Coolness-Faktor, aber ich habe in den letzten Jahren so viele Apple-Worms über vergessene VGA- oder DVI-Adapter oder nicht vorhandene Ethernetschnittstellen stolpern sehen, not so funny for the worms and really uncool :)
<via tagesspiegel.de & diepresse.com>


Januar 27th, 2012 at 11:09
Ick will hier zwar keine Lanze für die von dir geliebte iMotze brechen, aber der Akku hält deutlich länger durch. Zehn Stunden? Schafft das kleine Pad regelmäßig.
Beim Rest: Volle Zustimmung. Bildergalerien und interaktive Elemente sind für die Hupe.