Der Pocketbook 301 plus ist das größere der beiden Geräte und kommt ohne Lagesensor aus. Letzterer ist auch nicht wirklich nötig, denn niemand dreht sein Buch ständig während des Lesens und ist ein Wechsel ins Querformat nötig, ist dieser via Tasten schnell erledigt. Aber, das muss ich zugeben, der 301 plus ist mit der rechten Hand eindeutig leichter zu handhaben als mit der Linken. Für Linkspfotsche und Beidhänder mag der Pocketbook 360° die bessere Wahl sein, in der Rechten Hand gehalten lässt sich der 301+ aber meiner Meinung nach aufgrund etlicher Knöpfe mehr viel leichter bedienen.

Pocketbook 301 plus
Auch beim 301+ lassen sich die einzelnen Tasten benutzerspezifisch belegen. Die SD-Karten, mit denen der interne Speicher des Gerätes erweitert werden kann, sind verbreiteter. In meiner Freude fütterte ich den 301 plus gleich mit einer meiner Karten und stellte enttäuscht fest, dass dem Gerät weder mit ext3 noch mit ext2 formatierte Karten schmeckten, reiserfs und ext4 habe ich gar nicht erst ausprobiert. Alles, was funktionierte, war eine SD-Karte, die ein vfat-Dateisystem enthielt. Solange es Windows-NutzerInnen gibt, werden es leistungsfähige Dateisysteme schwer haben.
Mein Modell war die Komfort-Variante, die mit einem ledernen Cover geliefert wurde, In diesem lässt sich der 301 plus sicher verstauen, Magnete sorgen dafür, dass der Deckel nicht unbeabsichtigt aufklappt und sammeln gleichzeitig im Rucksack herumstreunende Centstücke auf. Dank des Ledercovers lässt sich der Pocketbook 301 plus angenehm halten. Das in der Diagonale um einen Zoll größere Display macht sich vor allem beim Wiedergeben von pdf-Dateien bemerkbar. Hier konnte ich auch sehr kleine Schriften noch gut erkennen und hatte seltener die Zeile verloren, was vor allem AnwenderInnen, die ab und zu ein Buch vorlesen, gefallen dürfte.

Die Komfort-Variante wird mit SD-Karte und Ledercover geliefert ...

Im Ledercover sind Magnete eingenäht, die auch verlorene Centstücke aus dem Rucksack sammeln
Die Bedienung des E-Book-Readers erfolgt wie beim 360° intuitiv, das Gerät kann mp3-Dateien abspielen und bringt für die Ausgabe einen 2,5mm-Anschluss für Stereo-Kopfhörer mit. Die Bedienung des Audioplayers ist angenehm, per Knopfdruck können sich AnwenderInnen durch ihre mp3-Sammlungen hangeln, in den Pausemodus wechseln oder innerhalb von Audiodateien vor- und zurückspulen. Zudem lässt sich festlegen, ob nur eine Datei abgespielt oder die komplette Sammlung (in willkürlicher Reihenfolge) wiedergegeben werden soll.

Der PB 301+ kann auch als mp3-Player genutzt werden
Die Tasten und Wippschalter lassen sich angenehm leicht und leise betätigen. Es sind reichlich Tasten vorhanden, so dass sich jede Funktion des Pocketbook 301 plus schnell erreichen lässt. Für viele Tasten sind darüber hinaus auch Doppelbelegungen möglich, die greifen, wenn entsprechende Taste gedrückt gehalten wird, wodurch nur selten Wege durch die Menüs nötig sind.
Seitenwechsel erledigt der 301 durchaus flink. In meinem Test kam es lediglich bei der Darstellung von pdf-Dokumenten zu Wartezeiten von einigen Sekunden und vereinzelten Anzeigefehlern. Andere von mir getestete Formate, fb2- und epub-Dateien, die bereits auf dem E-Book-Reader waren oder vom Gutenberg-Projekt kamen, machten keine Probleme. Aktuell lese ich eine im HTML-Format vorliegende Dokumentation – herzallerliebst, ich bin ebenso begeistert wie beim 360°. Es ist ein Vergnügen, sich beispielsweise unterwegs mit den Potentialen von Frameworks vertraut zu machen, ohne mit Papierstapeln jonglieren zu müssen bzw. Note- oder Netbook zu bemühen. Letztere zu benutzen ist in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Hauptstadt (habe ich Monolumba getauft) wegen der oftmals beengteren Kuschelsardinenathmosphäre ätzend, dazu kommt noch der logistische Aufwand, den häufiges Umsteigen erfordert. Mit einem E-Book-Reader ist das alles kein Problem mehr.

Dokumente im HTML-Format lassen sich mit E-Book-Readern von Pocketbook sehr gut wiedergeben
Fazit: das größere Display, das Ledercover, Speichererweiterung via SD-Karten und die vielen individuell belegbaren Tasten haben mich überzeugt. Der Pocketbook 301 plus ist ein ordentlicher Buchersatz, der sich bequem halten und bedienen lässt und der so meine Sympathien gesammelt hat.
Pocketbook 301 und 360° im Test, Teil 1
Test PB 360° und 301, Teil 2: Pocketbook 360° im Detail
Pocketbook 301 plus und 360° im Test, Teil 4: ну обобщение, ну погоди!