Dieses Jahr soll ein Jahr der E-Book-Reader werden. Noch begegnen einem die elektronischen Lesegeräte im Alltag eher selten, doch laut einigen Marktforschungsergebnissen soll die Verbreitung von E-Book-Readern innerhalb der nächsten Jahre stark zunehmen.
Testergebnisse kritisch interpretieren
Mittlerweile tummeln sich viele Modelle auf dem Markt, zu fast jedem haben irgendwelche Experten Testberichte veröffentlicht. Gerade bei Tests sollten Anwender vorsichtig sein. Denn es gibt selten standardisierte Verfahren, oft werden Äpfel mit Birnen verglichen oder fehlende Ausstattungsmerkmale bemängelt, die nur ein kleiner Teil der AnwenderInnen braucht oder nutzt. Das kann zur Folge haben, dass LeserInnen grundlos vor dem Kauf des für sie idealen Gerätes zurückschrecken.
Weitere Punkte, die beim Interpretieren von Testergebnissen berücksichtigt werden müssen, sind Vorwissen der Tester, wie Tester selbst zu Unternehmen stehen bzw. welche Produkte sie im normalen Leben benutzen. Wer immer Mercedes fährt, wird Mercedes für das beste Auto halten und schon allein dafür einige Pluspunkte vergeben. Dazu kommt, dass viele Tests fern von realistischen Umgebungen unter Zeitdruck entstehen, mit der Folge, dass die Vorzüge mancher Geräte nicht entdeckt, untersucht und genutzt werden.
Eigene Anforderungen definieren
Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen E-Book-Reader kaufen zu wollen, sollte sich in Ruhe hinsetzen und überlegen, was seinen Bedürfnissen entspricht. Sinnvolle Fragen wären:
- Wo lese ich? Wer immer im Lesesessel liest, wird andere Ansprüche haben als Menschen, die viel unterwegs sind, in öffentlichen Verkehrsmitteln lesen und möglichst wenig mit sich rumschleppen wollen.
- Was möchte ich mit dem Gerät lesen? LeserInnen, die einen Roman nach dem anderen wegzwitschern, werden in der Regel mit kleineren Displays besser zurechtkommen als solche, der Fachbücher mit Diagrammen und Abbildungen lesen. Wer überwiegend Bilderbücher und Comics liest, wird auch an mit einem E-Ink-Display mit 16 Graustufen wenig Freude haben.
- In welchen Formaten liegen meine Bücher vor? Beletristik gibt es hierzulande meist im epub-Format, Fachbücher und Dokumentationen liegen oft als pdf, html oder chm vor.
- Wie schnell sollen die Inhalte verfügbar sein? AnwenderInnen, die auf dem Gerät Dokumentationen und Nachschlagewerke gespeichert haben, werden mehr Wert darauf legen, dass der E-Book-Reader schnell startet und Bücher schnell lädt. LeserInnen, die mehrere Stunden am Stück einen Roman lesen, werden bei diesen Vorgängen geduldiger sein.
- Wie sollen die E-Books auf das Gerät übertragen werden? Reicht es per Kabel? Sollte es Wlan sein? (Habe ich Lust, das Wlan in verschiedenen Umgebungen neu zu konfigurieren? WErden alle Umgebungen unterstützt, auch Radiusserver? Möchte ich es ständig ein- und ausschalten und die Akkulaufzeit zu verlängern?) Brauche ich 3G? (Möchte / Muss ich wirklich überall Bücher herunterladen können?)
- Wie möchte ich die E-Books kaufen? Manche Hersteller bieten für ihre Geräte einen eigenen E-Book-Store an, in dem mit dem E-Book-Reader neue Bücher geangelt werden können. Ob man darauf zurückgreift oder lieber mit dem stationären Rechner oder Notebook bei unabhängigen Händlern einkauft, ist Geschmackssache.
- Möchte ich während des Lesens Notizen machen? Handschrifterkennung, (virtuelle) Tastatur?
- Soll mein Gerät ein berührungsempfindliches Display haben?
- Wechsle ich oft beim Lesen zwischen Hoch- und Querformat? Braucht mein E-Book-Reader einen Beschleunigungssensor? In der Regel werden Bücher in unseren Breitengeraden im Hochformat gelesen. Das Querformat bietet sich aber mitunter bei Fotos, Diagrammen oder Tabellen an. Auch bei manchen Texten kann es helfen, wenn sie etwas breiter dargestellt werden.
- Soll mein E-Book-Reader einfach zu bedienen sein?
- Arbeite ich viel mt Lesezeichen?
- Ist es nötig, den Text nach Stichworten zu durchsuchen?
- Möchte ich den E-Book-Reader nur nutzen, um Bücher zu lesen oder auch ab und zu Audio-Dateien abspielen?
- Wie lange soll der Akku halten?
- Wie viel möchte ich für den E-Book-Reader bezahlen?
Wer die Fragen alle beantwortet hat, stellt fest, das weder der teuerste E-Book-Reader noch das Gerät mit dem größten Funktionsumfang das am besten geeignete Modell ist. Oftmals lassen sich auch viele Euro sparen, wenn man sich auf die wichtigsten Funktionen konzentriert und auf weniger nötige Features verzichtet.
Vor dem Kauf prüfen
Vor dem Kauf eines E-Book-Readers sollte möglichst geprüft werden, ob das Gerät alle oder zumindest möglich viele der persönlichen Anforderungen erfüllt. Einmal in der Hand halten, und testen, ob allen Funktionen wie erwartet funktionieren. Dazu gehört unter anderem, die Navigation zu überprüfen, E-Books zu laden, das Gerät zu konfigurieren …
Natürlich können auch Erfahrungsberichte und Testergebnisse interessant sein und den Blick auf Features lenken, die noch nicht bedacht wurden. Aber hier sollte immer im Hinterkopf behalten werden, dass die Ergebnisse bis auf die messbaren Eigenschaften immer auf den persönlichen Eindrücken des Testers beruhen, der ganz eigene Ansprüche hat, die nur bedingt mit den eigenen Voraussetzungen, Umgebungen und Wünschen übereinstimmen.


Mai 20th, 2010 at 17:49
Es ist in der Tat ziemlich schwierig, sich einen Überblick über die technischen Daten verfügbarer E-Reader zu verschaffen sei es das sie in Deutschland verkauft werden oder sonstwo auf der Welt – heutzutage ist es ja nicht mehr besonders schwierig, Geräte aus China Taiwan oder sonstwoher zu beziehen. Möchte man bald Kaufen braucht man ebenso möglichst umfangreiche und kritische Testberichte. Auch ein Blick auf Kommendes muss da mit einbezogen werden.
Ich hatte mich seit etwa November 2009 intensiv mit dem Kaufgedanken herumgequält und nach und nach eine hübsche Excel-Tabelle erstellt um nicht völlig den Überblick zu verlieren.
Wenn man sich länger damit beschäftigt kristallisiert sich auch bald heraus, worauf man verzichten kann und was man unbedingt braucht. Pech für diejenigen, die A4-PDF’s brauchen. Solche Reader sind momentan noch entweder unbezahlbar oder unbrauchbar oder beides. Besonders ärgerlich weil damit der Siegeszug der eReader an Schulen noch auf sich warten lassen muss.
Ich hatte mich auf der CeBit 2010 letztlich für den Onyx Boox 60 entschieden und wir sind seither ein unzertrennliches und glückliches Paar!
Mai 20th, 2010 at 20:50
Ja, am anfang steht die Idee und danach kommt das kritische Wegstreichen. Aber manchmal wird man mit Macken der Geräte konfrontiert, von denen denkt man nicht mal, dass es sie geben könnte.
Mai 22nd, 2010 at 13:37
Eigentlich wäre hier doch der richtige Ort, um die Reader mal übersichtlich nebeneinander zu stellen. Vielleicht dergestalt dass auch Besucher die Möglichkeit haben, die Daten zu ergänzen. Falls gewünscht stelle ich gerne die von mir gesammelten Daten zur Verfügung als Basis sozusagen…
Mai 24th, 2010 at 14:26
Ja, darüber denke ich schon nach. Man sollte den Spaß leicht nebenbei eingeben und schon irgendwie filtern können …
Oktober 21st, 2010 at 09:18
das sind zu wenige informationen
es weren mehr infomationen erfodert
März 5th, 2011 at 12:22
Ich hab mir mal ein E-Book-Reader von Archos gekauft. Das ist aber eher eine Art Internet-Tab. Batterielaufzeiten wie bei echten Ebook-Readers kann man vergessen. Aber dafür kann man während des Lesens seine Post abholen oder Musik hören.
März 6th, 2011 at 11:49
Die Hintergrundmusik wird bereits von vielen Geräten unterstützt und wenn die Funktion aktiviert ist, lässt sich auch bei »echten E-Book-Readern« zuschauen, wie die Ladestandsanzeige des Akkus abfällt. E-Mails abholen kann durchaus von Vorteil sein, wenn man es mag, ich bevorzuge beim Lesen, nicht gestört zu werden. Vor allem bei schwierigen Texten hätte eine solche Funktion einen kontraproduktiven Reiz :)